Christian Felder Interactive Storytelling / Live-Ereignisse München

48.1351° N / 11.5820° E

Kein
zweiter
Versuch.

Ein Ereignis findet einmal statt. Das Bild muss trotzdem sitzen — auch dann, wenn es dafür keine Vorlage gibt.

1999Erster Job, wegen einer Maschine
390 km/hAir Race, zehn Meter hoch
500Headsets, synchron
30Länder, sechs Kontinente

Der erste Job in München war Trailerschnitt. Genommen hat er ihn nicht wegen der Trailer, sondern wegen des Flame — der Maschine, an der damals alles entstand, was nach Zukunft aussah. Zwei Jahre später saß er daran.

Übersicht

a

The
Storyteller

Live-Ereignisse erzählen, während sie stattfinden. Regie, Redaktion, Kamera, Analyse — meistens für ein Millionenpublikum.

01

2015/16 · Red Bull Air Race

Editorial Director

Acht Stopps pro Saison, World Feed, weltweit. 390 km/h, zehn Meter über dem Boden. Ein Zeitplan ist beim Air Race eine Absichtserklärung — geflogen wird, wenn das Wetter es zulässt.

Ganze Geschichte

Editorial Director über mehrere Saisons, namentlich im Abspann — zuständig für das Hauptprodukt, die Live-Sendung im World Feed, also das Signal, das an alle Rechteinhaber weltweit ging. Im Anschluss an das Rennen dann die Verwertung als Sendung: das Highlight-Magazin. Acht Stopps pro Saison, Las Vegas, Lausitz, Rovinj, Ascot, Budapest, Spielberg, Fort Worth — dazu Recon Flights, Streckenfilme, Pilotenporträts, Jahresrückblicke. Alles hing am Wetter: Mit 390 km/h zehn Meter über dem Boden zu fliegen geht nur bei Bedingungen, die das erlauben — und danach richtete sich der komplette Ablauf. Ein Zeitplan, der Tage vorher steht, ist beim Air Race eine Absichtserklärung.

02

seit 2001 · CL, Bundesliga, DEL, WM 2022

Szenenanalyse, live

Laufwege, Abstände, Abseitslinien — in das laufende Bild gerechnet, neben dem Experten im Studio. Sammer, Wontorra, Beckenbauer. Zwischen seinem Satz und dem Bild liegen Sekunden.

Ganze Geschichte

Mit Piero — einer ursprünglich von der BBC entwickelten Software — wird eine Spielszene im Livebetrieb auseinandergenommen: Laufwege, Abstände, Abseitslinien, Perspektivwechsel, in das laufende Bild gerechnet. Analysiert wird nicht das Bild, sondern die Szene — was auf dem Feld passiert ist und warum. Das mache ich seit 2001: Champions League, Bundesliga, Deutsche Eishockey Liga, zuletzt die Fußball-WM 2022 — für MagentaTV, produziert von Plazamedia, aus dem hybriden XR-Studio in Ismaning, nicht aus Doha. Die BILD schrieb im Sportteil vom „WM-Studio auf LSD". Sendungen, die Millionen Menschen gleichzeitig sehen. Unterrichtet habe ich die Analyse unter anderem in Saudi-Arabien. Ich bediene die Software live, neben dem Experten im Studio — über die Jahre unter anderen Matthias Sammer, Jörg Wontorra und Franz Beckenbauer. Zwischen dem Satz des Experten und dem Bild liegen Sekunden.

03

2018 · 2019 · Airbus Defence

Luftbetankung

Erst ein Film über das Flugzeug. Dann der Folgeauftrag: drei Kameras, zwei in Eurofightern, eine im A400M. Der Zuschauer wechselt die Maschine, während betankt wird.

Ganze Geschichte

Zwei Aufträge, zwei Filme, beide über Schwarzbild. Zuerst „Flying the Eurofighter“, 2018, 360°-Dreh in Albacete — das Flugzeug selbst. Daraus wurde der Folgeauftrag: 2019 die Luftbetankung, in der Luft, mit drei Kameras — zwei in Eurofightern, eine im A400M. Der Zuschauer wechselt zwischen allen drei Maschinen, während betankt wird. Ein Durchgang, kein zweiter Take, kein Einfluss auf irgendetwas — und in 360° gibt es keine Stelle, an der eine Kamera nicht zu sehen wäre.

04

Saison 2021 · Formel E

Fünf Strecken, eine Saison

Monaco, Rom, Valencia, London, Riad. Dazu Le Mans und der Hahnenkamm. Kameras an Stellen, an denen im Rennsport keine stehen.

Ganze Geschichte

360°-VR-Coverage für die Formel E: Monaco, Rom, Valencia, London und Riad — fünf Strecken in einer einzigen Saison, dazu die 24 Stunden von Le Mans und das Hahnenkammrennen. Kameras an Stellen, an denen im Rennsport normalerweise keine stehen. Aus dieser Reihe wurde fünf Jahre später das POV-Projekt bei den Olympischen Spielen.

05

2026 · Olympische Winterspiele

Der Zuschauer fährt mit

Kameras in den Brillen der Fahrer, LTE an den Hang gebaut. Livigno, zwei Disziplinen, erstmals bei Olympia. 34 Herren, 16 Damen. Die harte Grenze ist nicht die Bildqualität — es ist die Akzeptanz.

Ganze Geschichte

Kameras, in die Brillen der Fahrerinnen und Fahrer geklebt, Übertragung per LTE — in Livigno in zwei Disziplinen, Ski Cross und Snowboard Cross, und damit zum ersten Mal bei Olympischen Spielen. Im Ski Cross allein waren 34 Herren und 16 Damen ausgestattet. Davor Jahre von Tests — die Reihe, die 2018 mit dem Volleyball Masters in Wien begann. Die härteste Randbedingung ist nicht die Bildqualität, sondern die Akzeptanz — fünfzig Menschen, die um eine olympische Medaille fahren, tragen ein fremdes Bauteil im Gesicht. Das Netz dahinter war kein öffentliches: ein autarkes LTE-Netz, eigens für diese Übertragung an den Hang gebaut, von Riedel.

b

The
Sailor

Sohn eines Kapitäns, mit fünfzehn Surf- und Segellehrer am Mondsee. Heute Offshore-Segler und Skipper — am Ruder, wenn es zählt, und dabei, eine Segelschule in den digitalen Betrieb zu überführen.

06

2024/25 · America’s Cup, Barcelona

THE ICON

Erster bezahlter Job als Skipper: VIPs von Louis Vuitton an die Rennstrecke, auf einem vollelektrischen Foilboot. Nebenan fahren die Teilnehmer 35 Knoten. Eine Kursänderung trifft man hier nicht in Ruhe.

Ganze Geschichte

Mein erster bezahlter Job als Skipper. Die Aufgabe: Super-VIPs von Louis Vuitton an die Rennstrecke bringen — an Bord von THE ICON, dem vollelektrischen Foilboot von BMW und Tyde. 13 Meter, zwei 100-kW-Motoren, acht Passagiere, bis 30 Knoten. Im selben Jahr, in dem bei JOJO der AC40-Rennsimulator entstand. Im Revier ist man nicht allein: Die Teilnehmer des Rennens bewegen sich mit 35 Knoten durch dasselbe Wasser. Bei diesen Geschwindigkeiten ist eine Kursänderung keine Entscheidung, die man in Ruhe trifft.

07

2020–2026 · JOJO Wassersport

Eine Schule wird digital

Drei Stufen: Live-Online und virtuelles Studio. Der Hafenmanöver-Simulator XRNAUT, wöchentlich im Unterricht. Und myJOJO — Kurse, Community, KI-Tutor, live seit September 2026.

Ganze Geschichte

Sechs Jahre, drei Stufen. Live-Online und virtuelles Studio: 2020 wanderte der Unterricht in Live-Online-Studios, 2023 kam ein virtuelles Studio dazu — Theorie wird seither gesendet, nicht vorgelesen. Der Hafenmanöver-Simulator XRNAUT: seit 2022 jede Woche im Unterricht — mehrere hundert Schülerinnen und Schüler haben darin angelegt, bevor sie es am echten Boot getan haben; dazu Multiplayer-VR-Segeln und 2024 der AC40-Rennsimulator. Die interaktive Lernumgebung „myJOJO“: in Betrieb — SBF-Kurse, Skippertalk und die Akademie laufen darüber, dazu Community, KI-Tutor und wöchentliche Live-Fragestunden. Genau das, was ein Selbstlernkurs nicht hat. Alles davor lief im laufenden Betrieb, nichts im Prototypenstadium.

c

The
Artist

Die erste eigene Ausstellung war im Dezember 1998, unter dem Namen shiva01 — ein Jahr vor dem ersten bezahlten Job. Seitdem achtzehn freie Arbeiten neben dem Auftragswerk.

08

1998 · Salzburg · SHAKESPEARE

obsolete media

Die erste eigene Ausstellung, ein Jahr vor dem ersten bezahlten Job. Mischtechnik nach einem Text von Geoffrey O’Brien über das Verschwinden dessen, was Wissen trägt.

Ganze Geschichte

Elf Bilder, Acryl auf Leinwand, gezeigt unter dem Namen shiva01 bei SHAKESPEARE, Hubert-Sattlergasse 3 in Salzburg, vom 4. bis 20. Dezember 1998. Mischtechnik nach einem Text von Geoffrey O’Brien über das Verschwinden dessen, was Wissen trägt. Ein Bogen zwischen alt und neu, analog und digital — gespannt, bevor es die Begriffe dafür gab.

09

2020 · Staatstheater Augsburg

500 Headsets, synchron

„Orfeo ed Euridice“ als virtuelle Oper im Livebetrieb. Premiere in der Corona-Zeit: 150 im Saal. Erst ein Jahr später liefen alle 500 Displays.

Ganze Geschichte

„Orfeo ed Euridice“ als virtuelle Oper im Livebetrieb, für die Stiftung Staatstheater Augsburg. Ausgelegt war das System auf über 500 synchrone Brillen. Die Premiere fiel in die Corona-Zeit: In den Saal durften 150. Erst ein Jahr später liefen alle 500 Displays.

10

2006–2008 · Tom Novy · Follow Me

Video wie Vinyl

Pioneer bringt den DVJ heraus — Bild lässt sich zum ersten Mal spielen wie Ton. Scratchen, loopen, auf den Takt legen. Kein Handbuch, keine Schule. Die erste Arbeit ohne Vorlage.

Ganze Geschichte

Vier Jahre Live-Visuals in Clubs und auf Festivals — für Tom Novy, zu Sets von David Guetta, Swedish House Mafia, Sander Kleinenberg und Dave Seaman. Amsterdam, London, Wien, Ibiza, Portugal, Moskau, Bukarest. Sponsor war Pioneer: Die Firma hatte gerade den DVJ herausgebracht, einen CDJ für DVDs, dazu einen Mixer, der auch Video mischen konnte. Damit ließ sich Bild zum ersten Mal spielen wie Ton — scratchen, loopen, auf den Takt legen, live. Wir gehörten zu den Ersten, die damit gearbeitet haben — zu einer Zeit, als weltweit eine Handvoll Leute dieses Gerät überhaupt in der Hand hatte. Drei Player und ein Mixer, 23.000 Euro Anlagenwert, für Bilder in einem Club. Es gab kein Handbuch und keine Schule dafür. Das ist die erste Arbeit in meinem Lebenslauf, für die es keine Vorlage gab. Es blieb nicht die letzte.

11

2018 · „Fat Cap“

Die erste 360°-Doku, in der die Kamera fährt

Jede Apparatur wäre im Bild — also ein Dolly aus einem umgebauten Rollstuhl. Flach, lautlos, ferngesteuert. DOK.fest München, zweiter Platz TechCrunch Berlin, gezeigt in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Ganze Geschichte

360°-Filme standen damals still. Es gab keinen Dolly, keinen Kran, keine Schiene — jede Apparatur wäre im Bild gewesen, weil es kein Hinter-der-Kamera mehr gibt. „Fat Cap“ war die erste 360°-Dokumentation mit bewegter Kamera: mit einer Drohne und mit einem ferngesteuerten Kameradolly, den wir aus einem umgebauten elektrischen Rollstuhl gebaut haben. Der Film lief auf dem DOK.fest München und gewann den zweiten Platz bei der TechCrunch in Berlin. Der Rollstuhl war nicht die billige Lösung, sondern die richtige: flach genug, um unter der Kamera zu verschwinden, präzise genug für eine Fahrt, und elektrisch, also lautlos. Im Juni 2018 haben Daniel Man und ich die Arbeit in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste am Max-Joseph-Platz gezeigt — bei „i4c — The Magic in Virtual Reality“, einer kuratierten Ausstellung immersiver Arbeiten, auf deren Podium Edgar Reitz saß. Die Frage, die wir dort gestellt haben: Kann VR Kunst und Performance bewahren, die per Definition verschwindet?

Ausstellungen
  1. 1998„obsolete media“ — SHAKESPEARE, Hubert-Sattlergasse 3, Salzburg. Erste öffentliche Ausstellung, 4. bis 20. Dezember, als shiva01. Elf Bilder in Mischtechnik, Acryl auf Leinwand, nach einem Text von Geoffrey O’Brien.
  2. 1998„blau auf silber“ — shrimps bar, Steingasse 5, Salzburg. Sechs Kodachromes, 40 × 40 cm.
  3. 2018„Fat Cap“ — Bayerische Akademie der Schönen Künste, München. Gezeigt mit Daniel Man.
Die achtzehn freien Arbeiten
  1. 2012Tai – Loose Yourself
  2. 2013Days of Light – Karin Spreitzer
  3. 2013Staji: Fashionclip
  4. 2014Absence with Linlin Deng
  5. 2015'Light_Surface' for Clam 28: Live is beautiful
  6. 2016„Weisheit passiert“ — erster 360°-Tanzfilm, zur Vernissage
  7. 2017„Weisheit passiert“ — First Rehearsal
  8. 2017Staji: Deivision
  9. 2017FNY Festival, 360 live
  10. 2018Residenz Theater / IRT: Foxfinder
  11. 2018Oh my girl! …featured by FashionTV
  12. 2018OH MY GIRL! @ FTV.COM
  13. 2018Fat Cap (360VR Doku)
  14. 2020Follow me to Vienna… Dressing up!
  15. 2020Follow me to Vienna — Teil 1
  16. ≈2014Black Widow
  17. ≈2015Barber & Butcher
  18. ≈2015Superpaper

Nicht beauftragt.
Gefragt.

  1. 1998Sommerakademie Salzburg — Klasse Steina und Woody Vasulka
  2. 2018Institut für Rundfunktechnik — Kolloquium „360°-Videoproduktionen“, als Referent
  3. 2018ARD-Programmdirektion — Impulsvortrag vor den ARD-Grafikleitern
  4. 2018Bayerische Akademie der Schönen Künste — Arbeit gezeigt, mit Daniel Man
  5. 2018HUB Montreal — Delegation, gefördert vom Freistaat Bayern
  6. 2019Internationale Bodenseekonferenz, Zürich — Vertreter Bayerns, „Storytelling ohne Grenzen“

Vier Einladungen in einem Jahr, von vier Seiten: Forschungsinstitut, Sender, Kunstakademie, Freistaat.

Ausgezeichnet.

  1. 2004PROMAX BDA World — Best Entertainment Program Promotion — Kampagne „Law & Order“ für 13th Street
  2. 2005Eyes and Ears of Europe — Bestes neues Corporate Design OnAir — die neuen Station-Idents „Metamorphose“ für SciFi
  3. 2013Die Klappe — Shortlist Best Film for PR, für „Fresenius. 100 Jahre — Australien“
  4. 2018TechCrunch Berlin — zweiter Platz für „Fat Cap“
  5. 2018DOK.fest München — „Fat Cap“ im Programm des Internationalen Dokumentarfilmfestivals

Gesendet haben13th Street · arte · The Biography Channel · Das Vierte · Disney Channel · The History Channel · Kabel 1 · MBC · MGM · NBC Universal International · On Demand Deutschland · ORF · Premiere · ProSieben · Red Bull TV · Sat.1 · Servus TV · Sky Deutschland · Studio Universal · SyFy · TLC · ZDF

Marken und AuftraggeberAirbus · Amorim · A.T.U · Barber & Butcher · BayWa · Bayerische Staatstheater · Bernina · BMW · BMW Museum · Bosch · Condé Nast · Continental · Cosmopolitan · Disney · Doctor Babor · Dorling Kindersley · Douglas · Eckerle · Essex · Eurofighter · Europäische Kommission · Fresenius · Garmin · GE Germany · Greenpeace · Henkel · Kaufland · Microsoft · Nintendo · OSRAM · Österreichische Post · P&G · Peugeot · Pioneer DJ · Red Bull · Red Bull Air Race · Sinn Leffers · Staji · Superpaper · Tai · Tom Novy · Vernel · Volvo · Watercult · Westwing · Wick · Wöhrl · ZDNet

30 Länder.
53 Orte.

Weltkarte: die dreißig Länder, in denen gearbeitet wurde, sind hervorgehoben

Die Auslandsreisen beginnen nicht beim Sport, sondern im Club: Moskau, Bukarest, London, Amsterdam, Ibiza — zehn Jahre vor dem ersten Air Race. Danach zwei Monate Dreh quer durch Nigeria, ein eigener Auftrag für das nigerianische Erdöl- und Erdgasministerium. Ghana, China und Australien waren ein Auftrag: die Fresenius-Filmreihe zum Hundertjährigen, vier Kontinente. Dazu Bangladesch, Kenia, Venezuela, Saudi-Arabien, Japan, Barcelona.

Wer das macht

Er arbeitet dort, wo etwas noch keine fertige Form hat — am Scheideweg zwischen analog und digital. Der liegt nicht fest. Er verschiebt sich, und er ist mitgegangen.

1996 schrieb er in Salzburg eine Diplomarbeit über computergestützte interaktive Multimedia. Zwei Jahre später hängte er elf Bilder in Acryl auf Leinwand an eine Wand, unter dem Namen shiva01, nach einem Text über das Verschwinden dessen, was Wissen trägt. Die Ausstellung hieß obsolete media. Der erste bezahlte Job kam ein Jahr später.

1999, München, Trailerschnitt bei Seven Senses. Genommen hat er ihn wegen der Maschine, die dort stand: ein Flame, an dem damals alles entstand, was nach Zukunft aussah.

Seitdem hat sich die Technik verändert. Die Arbeit nicht.

2006 brachte Pioneer den DVJ heraus — Bild ließ sich zum ersten Mal spielen wie eine Platte, scratchen, loopen, auf den Takt legen. Kein Handbuch, keine Schule. 2018 stand ein 360°-Film still, weil jede Apparatur im Bild gewesen wäre; der Dolly wurde ein umgebauter Rollstuhl, flach genug, um unter der Kamera zu verschwinden. 2020 liefen 500 Headsets synchron zu einer Oper. 2026 klebten in Livigno Kameras in den Brillen der Fahrer, und das LTE hing am Hang.

Schnitt, Grafik, Echtzeit, Kamera, 360°, Interaktion. Sechs Gewerke, von denen keines ein anderes abgelöst hat. Sie sind dazugekommen. Die Szenenanalyse für den Fußball läuft seit 2001 durch, neben allem anderen.

Hingekommen ist er im Flugzeug, für einen Auftrag, mit einem Rückflug im Kalender. Gereist wird immer noch. Langsamer, mit dem Schiff.

Sohn eines Kapitäns, mit fünfzehn Segellehrer am Mondsee, heute Offshore-Segler und Skipper — und dabei, eine Segelschule in den digitalen Betrieb zu überführen: Live-Online-Unterricht, ein virtuelles Studio, ein Hafenmanöver-Simulator im Wochenplan. Der Stoff, der darin vermittelt wird, ist älter als jede elektronische Navigation: Karte, Kompass, Peilung, Koppelkurs. Alles, was ohne Strom funktioniert.

Lowtech, unterrichtet mit Hightech.

Gefahren wird mit GPS und Plotter, von allen. Solange sie funktionieren. Irgendwann fällt der Strom aus, und dann zählt nicht, was das Gerät konnte, sondern was jemand im Kopf hat.

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Alles, was
darunter liegt

Filmographie 360° / VR
  • 2019Airbus Defence — A400M Air-to-Air Refuelling · Schwarzbild
  • 2019H&M — Virtual Factory Tour Turkey · Circ Berlin
  • 2019Europäische Kommission, DG ECHO — Refugee Camp Kenya · Schwarzbild
  • 2018Airbus Defence — Flying the Eurofighter · Schwarzbild
  • 2018DG ECHO — Refugee Camp Bangladesh · First Aid Training Denmark · Schwarzbild
  • 2018Europäische Investitionsbank — Alga+, Algenproduktion Portugal · Schwarzbild
  • 2018A1 Telekom — Volleyball Masters Vienna, VR-Livestream · WWP Group
  • 2018Österreichische Post — Die neue Post am Rochus
  • 2018„Fat Cap“ — Graffiti-Dokumentarfilm · MiracleWorkers · 2. Platz TechCrunch Berlin, DOK.fest München 2019
  • 2017BMW — BMW Welt, 360°-Abholerfilm · Shot One
  • 2017Residenztheater München — Foxfinder · FNY Festival — VR-Livestream
  • 2017SZ Scala — Nacht der Architektur · TLC — Crime, drei 360°-Stings
Stationen
  • 1993–1998Kommunikationswissenschaft und Psychologie, Universität Salzburg · Diplomarbeit „computergestützte interaktive Multimedia“ (1996)
  • 1990erInstitut für Informationsökonomie — VR-Forschung mit einer CAVE am Ars Electronica Center
  • bis 1999TW1 Sendeleitung, ORF — Aufbau und Start des ersten digitalen Fernsehsenders Österreichs
  • 1999–2001Seven Senses, München — Trailerschnitt und On-Air-Promotion für ProSieben, Sat.1, Premiere
  • 2001–2003SZM Studios — Digital Compositor, dann Senior Designer für „ran“ (Sat.1) · erste live-virtuelle Studios für eine Fußball-WM
  • 2003–2005Universal Studios Networks — Senior Producer für 13th Street, SciFi, Studio Universal · Auszeichnungen von PromaX/BDA und Eyes & Ears of Europe
  • seit 2005Selbstständig — Red Bull, BMW, Airbus, H&M, Linde, Osram, Sky, Discovery, Europäische Kommission, NNPC
  • seit 2017XR Bavaria e.V. — Gründungsmitglied, Clusterhead „Journalismus & PR“
  • seit 2018BAF Bayerische Akademie für Fernsehen — Seminare 360° und XR; Piero-Schulungen u. a. in Saudi-Arabien
  • 2019Vertreter Bayerns bei der Künstlerbegegnung der Internationalen Bodensee Konferenz
  • seit 2020JOJO Wassersport München — Digitalisierung und Lehre
  • Deutsch, Englisch, Französisch · Offshore-Segler und Skipper
Werkschau — sechs Gewerke, 98 Filme